Klassifizierung deutscher Weine
Weinarten
Das Weinrecht unterscheidet vier Weinarten:
1. Weißwein: Herstellung nur aus Weißweintrauben
2. Rotwein: Herstellung nur aus rotgekelterten Rotweintrauben. Der rote Farbstoff wird dabei durch Maischegärung oder thermische Behandlung der Maische gewonnen.
3. Roséwein: Herstellung aus Rotweintrauben, die in der Regel hell gekeltert werden. Der Wein muss eine blass- bis hellrote Farbe aufweisen. Weißherbst ist ein Roséwein, der grundsätzlich nur aus hellgekelterten Rotweintrauben hergestellt werden darf. Mindestens Qualitätswein b. A., absolut rebsortenrein, die Rebsorte muss auf dem Etikett angegeben sein.
4. Rotling: Herstellung durch gemeinsame Kelterung von Rotwein- und Weißweintrauben oder deren Maische. Der Wein muss ein blass- bis hellrote Farbe aufweisen.
Güteklassen deutscher Weine
Grad Öchsle ist eine Maßeinheit für das Mostgewicht von Wein. Das Mostgewicht ist ein Maß für den Anteil gelöster Stoffe im Traubenmost (Traubensaft) und somit ein wichtiges Qualitätskriterium von Wein. Es basiert auf der Dichte des Mostes
Qualitätswein (QbA)
Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete, mindestens 85% aus Trauben genannten Region. 50 –72 Grad Öchsle
Prädikatsweine in aufsteigender Reihenfolge
Trockene, halbtrockene und liebliche Weine:
Kabinett
Leichte Weine aus reifen Trauben mit geringeren Alkoholgehalt. 62 – 82 Grad Öchsle
Spätlese
Gehaltvolle Weine aus vollreifen Trauben, die nach der allgemeinen Lese geerntet werden. 76 – 90 Grad Öchsle
Auslese
Weine aus vollreifen Trauben, unreife und kranke Beeren werden ausgesondert. 83 – 100 Grad Öchsle
Edelsüße Weine:
Beerenauslese
Volle, fruchtige Weine aus überreifen, edelfaulen Beeren. 110 –128 Grad Öchsle
Trockenbeerenauslese
Hochkonzentrierte Weine aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren. 150 – 154 Grad Öchsle
Eiswein
Weine aus Trauben, die nur in gefrorenem Zustand bei unter minus 7 Grad Celsius gelesen und gekeltert werden, so dass nur der natürlich konzentrierte Saft ausgepresst wird. 110 –128 Grad Öchsle
Geschmackbezeichnungen deutscher Weine Vier eindeutig definierte Geschmacksbezeichnungen, die den Süßegrad des Weins ausdrücken:
Trocken < 9 g
Weine, die einen Restzuckergehalt von maximal 4g/l oder maximal 9g/l aufweisen, wobei der Restzuckergehalt dann höchstens um 2g/l höher sein darf als der Gesamtsäuregehalt.
Halbtrocken > 9 g < 18 g
Weine, die einen Restzuckergehalt von maximal 12g/l oder maximal 18g/l aufweisen, wobei der Restzuckergehalt dann höchstens um 10g/l höher sein darf als der Gesamtsäuregehalt.
Lieblich > 18 g <45 g
Weine, die einen Restzuckergehalt von maximal 45g/l aufweisen, und deren Restzuckergehalt den zulässigen Wert für halbtrockene Weine übersteigt.
Süß > 45 g
Weine mit einem Restzuckergehalt von mindestens 45g/l.
(Feinherb)
Eine besonders in Deutschland in den letzten Jahren gebräuchliche Bezeichnung, die Weine zwischen halbtrocken und süß betrifft und damit den Ausbau charakterisiert. Nach inoffizieller und nicht weingesetzlich definierter Definition liegen solche Weine zumeist über der Halbtrockengrenze von 18 g/l Restzucker, jedoch recht deutlich unter den Werten von lieblichen Weinen.
Rebsorten
Weißweinrebsorten
Riesling
Synonyme: Klingelberger, Rheinriesling
Anbaufläche: ~ 22.400 ha, 22% der Gesamtrebfläche, Mosel: ~ 5.100 ha, Pfalz: ~5.200 ha,
weltweit: ~ 60.000 ha
Anbau: spät reifende Weißweinsorte, hohe Ansprüche an die Lage, geringe Ansprüche an den Boden,
häufig angebaut in Steillagen entlang der Flusstäler, mäßige bis mittelhohe Erträge
Aroma: Apfel, Pfirsich, Grapefruit, Zitrone, abhängig von Weinbergsboden/ Klima
Geschmack: prägendes Element ist die fruchtige Säure in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen,
feinfruchtig, spritzig, frisch, Besonderheit: edelsüße Beerenauslesen und Eiswein
Säure: säurebetont
Körper/Gehalt: leicht bis mittelkräftig
Farbe: blassgelb bis goldgelb
Trinktemperatur: 9-13 °C
Speisen: Fisch, pikanter Käse, Spargel, fruchtige Desserts…
Geschichte: erste Belege aus dem 15. Jahrhundert an der Mosel und im Rheingau
Müller-Thurgau
Synonyme: Rivaner
Anbaufläche: ~ 13.700 ha, 13% der Gesamtrebfläche, Rheinhessen: ~ 4.200 ha, Baden: ~ 2.800 ha,
Pfalz: ~ 2.400 ha, weltweit ~ 45.000 ha
Anbau: früh bis mittelfrüh reifende Weißweinsorte, geringe Ansprüche an die Lage, mittlere Ansprüche an
den Boden, überdurchschnittliche Erträge
Aroma: Wiesenblumen, Muskat, Kräuter
Geschmack: feinfruchtig, spritzig, frisch
Säure: mild
Körper/Gehalt: mittelkräftig
Farbe: hellgelb mit grüngelb
Trinktemperatur: 9-13 °C
Speisen: zart aromatische Speisen, Spargel, Forelle
Geschichte: 1882 Rebenneuzüchtung in Geisenheim durch Prof. Müller aus dem schweizerischen Thurgau.
Irrtümlich vermutet eine Kreuzung von Riesling und Silvaner, daher der Name Rivaner, tatsächlich Kreuzung aus Riesling und Madeleine Royale, Weißweinrebsorte, die zur Züchtung als Elternsorte dient.
Kerner
Anbaufläche: ~ 3.700 ha , 3,6% der Gesamtrebfläche, Rheinhessen: ~ 1.300 ha, Pfalz: ~1.200 ha
Anbau: lange Reifezeit, Böden, die weder zu nass noch zu trocken sind.
Aroma: Apfel, Birne, Aprikosen, Ananas, Wiesenblumen, würzig
Geschmack: Der "kleine Verwandte des Riesling" in allen Qualitätsstufen
Säure: mild bis säurebetont
Körper/Gehalt: aromatisch ausgeglichen
Farbe: hellgelb bis strohgelb
Trinktemperatur: 9-13 °C
Speisen: Fisch- und Fleischpasteten, pochierter Lachs, Spargel, leichte , dezente Vor-speisen, wie Fisch- oder Gemüseterrinen, Salate, Geflügel und Kalbfleisch, milder Schnittkäse, Frischkäse. Fruchtig süße Spätlesen passen gut zu Desserts auf Apfelbasis
Geschichte: Züchtung durch August Herold (1902-1973), Kreuzung aus Trollinger und Riesling. Anfänglich wurde die Rebsorte „weißer Herold“ genannt, später bekam sie den Namen „Kerner“, bezugnehmend auf den Weinsberger Poeten und Oberamtsarzt Justinus Kerner (1786-1862)
Grauburgunder
Synonyme: Pinot grigio, Pinot gris, Ruländer
Anbaufläche: ~ 4.500 ha, 4,4 % der Gesamtrebfläche, Baden: ~ 1.600 ha, Rheinhessen: ~ 1.100 ha,
weltweit: ~ 15.000 ha
Anbau: mittelspät reifende Weißweinsorte, hohe Ansprüche an die Lage, mittlere Ansprüche an den Boden,
gute Erträge
Aroma: Nüsse, Mandeln, Quitten, reifer Apfel, Ananas, Birne, Karamell, Honig
Geschmack: in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen, auch edelsüß
Säure: mild
Körper/Gehalt: kräftig bis gehaltvoll
Farbe: strohgelb bis goldgelb
Trinktemperatur: 9-13 °C
Speisen: Pasta, Kalb, Lamm, Geflügel, Meeresfrüchte, fettreichen und reifen Käse, Wildgeflügel und Jungwild.
Fruchtig-süße Spätlesen/Auslesen passen zu fettreichem Edelpilzkäse und zu Desserts mit Honig, Mandeln oder
Marzipan.
Geschichte: Ausbreitung in Deutschland im 14. Jahrhundert. Die französische Bezeichnung Pinot geht auf
das französische "pin" (Kiefer) zurück und beschreibt die an Kieferzapfen erinnernde Traubenform. Die
Bezeichnung Ruländer geht auf den Kaufmann Johann Ruland zurück, der 1711 im pfälzischen Städtchen
Speyer in einem Garten die ihm unbekannten Burgunderreben vorfand und vermehrte.
Weißburgunder
Synonyme: Weißer Burgunder, Weißer Klevner, Pinot blanc, Pinot bianco, Pinot Chardonnay
Anbaufläche: ~ 3.700 ha, 4 % der Gesamtrebfläche, Baden: ~ 1.100 ha, Pfalz: ~ 700 ha,
weltweit: ~ 17.000 ha
Anbau: mittelspät reifende Weißweinsorte, mittlere Ansprüche an die Lage, mittlere bis hohe Ansprüche
an den Boden, gute Erträge
Aroma: Birne, Apfel, Nuss, Kräuter, Wiesen-blumen, Aprikose, Zitrone, Banane, Butter, Vanille
Säure: mild bis säurebetont
Körper/Gehalt: leicht bis gehaltvoll
Farbe: hellgelb bis goldgelb
Trinktemperatur: 9-13 °C
Speisen: Fisch, Kalb- und Schweinfleisch, Geflügel, Spargel, Gouda
Geschichte: Entstehung durch spontane Mutation des Spätburgunders über den Umweg des Grauburgunders, in
Frankreich seit dem 14. Jh. bekannt
Chardonnay
Synonyme: Morillon, Gelber Weißburgunder
Anbaufläche: ~ 1.170 ha, 1,1% der Gesamtrebfläche, Pfalz: ~ 470 ha, Rheinhessen: ~ 380 ha,
weltweit: ~100.000 ha, je ~ 40.000 ha in Kalifornien und Frankreich
Anbau: mittelspät reifende Weißweinsorte, mittlere Ansprüche an die Lage und an den Boden, mittlere Erträge
Aroma: Stachelbeeren, Grapefruit, Nuss, Keks, Vanille, Honig,
Säure: mild bis mittlere Säure
Körper/Gehalt: mittelkräftig bis gehaltvoll
Farbe: strohgelb bis honiggelb
Trinktemperatur: 9-13 °C
Speisen : helles Fleisch, Meeresfrüchte, herzhafter Käse
Geschichte : Chardonnay ist eine der populärsten Rebsorten der Welt und gehört zu den Burgundersorten. Ursprünglich aus Vorderasien stammend, verbreitete sich die Rebsorte über Frankreich in alle Weinbauländer der Welt.
Auxerrois
Synonyme : Aucerot, Aukseroa blan, « Pinot blanc »
Anbaufläche: ~ 180 ha, 0,2 % der Gesamtrebfläche, Baden: ~ 65 ha, Pfalz: ~ 55 ha, Mosel: ~ 27 ha
Weltweit: ~ 2.550 ha
Aroma: Pfirsich, Ananas, Melone und Zitrusfrüchten
Säure: mild
Körper/Gehalt: leicht bis gehaltvoll
Farbe: hellgelb bis gelbgrün
Trinktemperatur: 9-13 °C
Essen: Fisch, Kalb- und Schweinfleisch, Geflügel, Spargel, Gouda
Geschichte: Die weiße Rebsorte stammt vermutlich aus der französischen Grafschaft Auxerre und gehört zu den Burgundersorten. In Deutschland dürfte sie erstmals um 1800 aufgetaucht sein, wo sie aus dem Elsass bis zur
Badischen Bergstraße gelangte.
Elbling
Synonyme: Kleinberger, Welschel, Gros Blanc, Alben
Anbaufläche: ~ 580 ha, 0,6 % der Gesamtrebfläche, Obermosel: ~ 540 ha, Sachsen: ~ 10 ha, Luxemburg: ~160 ha
Anbau: frühreifende Sorte , keine hohen Ansprüche an Lage bevorzugt Muschelkalkböden
Aroma: grüner Apfel, Zitrone, Weinbergpfirsich
Säure: säurebetont, etwa auf Riesling – Niveau, aber etwas weicher
Körper/Gehalt: leicht bis mittelkräftig
Farbe: blassgelb bis grüngelb
Trinktemperatur: 9-13 °C
Essen: Spargel, Fischgerichte, Tofu
Geschichte: einer der ältesten Weißwein-Rebsorte Europas, die wahrscheinlich mit den Römern eingeführt wurde.
80 Prozent der Elblingproduktion geht an Kellereien, sodass rebsortenreine Elblingweine und klassisch vergorene
Sekte aus Weingüter Raritätenstatus haben.
Scheurebe
Synonyme: Sämling 88
Anbaufläche: ~ 1.670 ha, 2 % der Gesamtrebfläche, Rheinhessen: ~ 1.060 ha, Pfalz: ~ 470 ha, weltweit: ~ 2.500 ha
Anbau: mittelspät reifende Weißweinsorte, mittlere bis hohe Ansprüche an die Lage, geringe Ansprüche an den Boden,
mittlere bis gute Erträge
Aroma: gilt aufgrund des charakteristischen Dufts als Bukettsorte, schwarze Johannisbeeren, tropische Früchte
Säure: mild bis mittlere Säure
Körper/Gehalt: mittelkräftig, aromatisch, meist als Prädikatsweine ausgebaut
Farbe: hellgelb bis strohgelb
Trinktemperatur: 9-13 °C
Speisen : pikante asiatische Wokgerichte, Meeresfrüchte, Sushi, Desserts
Geschichte: 1916 in Alzey gezüchtet aus einer Wildrebe und Rieslung durch Georg Scheu
Gewürztraminer
Synonyme: Roter Traminer Clevner, Klevner
Anbaufläche: ~ 830 ha, 1 % der Gesamtrebfläche, Baden: ~ 160 ha, Rheinhessen: ~ 140 ha, weltweit: ~ 10.000 ha, Elsass: ~ 3.000 ha, Italien: 500 ha, Kalifornien: ~ 1.600 ha
Anbau: mittelspät reifende Weißweinsorte, hohe Ansprüche an Lage und Boden ,niedrige Erträge und hohe
Mostgewichte
Aroma: gilt aufgrund des charakteristischen Rosendufts als Bukettsorte, tropische Früchte, Veilchen, Honig, Marzipan
Geschmack: würzig, aromatisch
Säure: milde bis mittlere Säure
Körper/Gehalt: leicht bis kräftig-würzig, oft als Prädikatsweine ausgebaut
Farbe: strohgelb bis goldgelb
Trinktemperatur: 9-13 °C
Speisen : Wildpasteten, Geflügel mit aromatischen Saucen, Schnecken, würzige Ragouts, Blauschimmelkäse. Süße Spätlesen u. Auslesen passen zu Desserts.
Geschichte: Die genaue Abstammung ist ungeklärt, wahrscheinlich Südosteurop. Der Name stammt von Tramin in Südtirol, wo diese Weine seit dem 11. Jahrhundert dokumentiert sind. Im pfälzischen Weindorf Rhodt steht ein sortenreiner, ca. 400 Jahre alter Gewürztraminer-Weinberg. Historische Dokumente belegen die Existenz in Deutschland für das 16. Jahrhundert, gilt als älteste Kulturrebe der Welt.
Bacchus
Synonyme: frühe Scheurebe, Dionysos
Anbaufläche: ~ 2.000 ha, 2 % der Gesamtrebfläche , Rheinhessen: ~ 800 ha, Franken ~ 700 ha
Anbau: früh reifende Weißweinsorte, geringe Ansprüche an Lage, geringe bis mittlere Ansprüche an den Boden,
mittlere bis gute Erträge
Aroma: gilt aufgrund des charakteristischen Dufts als Bukettsorte, fruchtig
Geschmack: dezenter Muskatton, Kümmel, Johannisbeere, Orange
Säure: milde Säure
Körper/Gehalt: würzig aromatisch
Farbe: hellgelb
Trinktemperatur: 9-13 °C
Speisen : gebratene Fleischgerichte, würziger Schinken, Geflügel, Fisch
Geschichte: 1933 Züchtung durch Peter Morio und Bernhard Husfeld am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof
Kreuzung von (Silvaner x Riesling) und Müller-Thurgau. 1972 Zulassung in Deutschland
Rotwein-Rebsorten
Spätburgunder
Synonyme: Pinot noir, Pinot nero, Klevner, Blauer Spätburgunder
Anbaufläche: ~11.800 ha, 12% der Gesamtrebfläche, Baden: ~ 5.880 ha, Pfalz: ~1.600 ha, weltweit: ~ 60.000 ha
Anbau: mittelspät reifende Rotweinsorte, hohe Ansprüche an die Lage und an den Boden, mittlere bis hohe Erträge,
gehört zu den besten Rotweinsorten der Welt
Aroma: Schwarze Johannisbeeren, Brombeere Sauerkirschen
Geschmack: vollmundig, samtig, fruchtig
Säure: mild bis mittlere Säure, gerbstoffarm
Körper/Gehalt: gehaltvoll bis körperreich
Farbe: rubinrot bis granatrot
Trinktemperatur: 16-18 °C
Speisen : Braten, Wild, Käseplatte
Geschichte: stammt aus dem französischen Burgund, im 7. Jh. von Mönchen in Deutschland eingeführt.
Dornfelder
Anbaufläche: ~ 8.100 ha, ~ 8 % der Gesamtrebfläche , Rheinhessen: ~ 3.400 ha, Pfalz: ~ 3.300 ha
Anbau: mittelfrüh reifende Rotweinsorte, bis mittlere Ansprüche an Lage, geringe Ansprüche an Boden, hohe Erträge
Aroma: Sauerkirsche, Brombeere, schwarze Johannisbeere, grüner Paprika, Vanille
Geschmack: frische Weine fruchtig, gerbstoffarm, reife Weine auch im Barrique ausgebaut, gerbstoffbetont
Säure: mild bis mittlere Säure
Körper/Gehalt: gehaltvoll bis körperreich
Farbe: dunkelrot bis blaurot
Trinktemperatur: 14-18 °C
Speisen : Schnitzel, Braten, Wild, Wurst, Pizza
Geschichte: erfolgreichste deutsche Neuzüchtung bei den Rotweinsorten. Der Weinbaufachmann Imanuel Dornfeld gab in Weinsberg/Württemberg den Anstoß zur Gründung der dortigen Weinbauschule. August Herold (1902 –1973) züchtete dort 1955 den Dornfelder. Dazu kreuzte er die Sorten Helfensteiner (Kreuzung: Frühburgunder + Trollinger) und Heroldrebe (Kreuzung Portugieser + Limberger). Es dauerte einige Jahre, bis sich die Sorte unter den Winzern etablierte. Anfänglich wurde sie zum Verschnitt mit hellen Rotweinen ("Deckrotwein") benutzt, um diesen eine dunklere Farbe zu geben, bis man das Potenzial des Dornfelders erkannte.
Portugieser
Synonyme: Blauer Portugieser, Badener, Vöslauer
Anbaufläche: ~ 4.350 ha, ~ 4 % der Gesamtrebfläche, Pfalz: ~ 2.350 ha, Rheinhessen: ~ 1.850 ha,
weltweit: ~ 15.000 ha
Anbau: mittelfrüh reifende Rotweinsorte, geringe bis mittlere Ansprüche an Lage, geringe Ansprüche an den Boden,
hohe Erträge
Aroma: Sauerkirsche, Himbeere, rote Johannisbeere, schwarzer Pfeffer
Geschmack: fruchtig, gerbstoffarm
Säure: mild bis mittlere Säure
Körper/Gehalt: leicht bis mittelkräftig
Farbe: hellrot
Trinktemperatur: 14-18 °C
Speisen : Schnitzel, milde Käsesorten
Geschichte: Rote Rebsorte, vermutlich aus Portugal stammend, 18. Jahrhundert nach Österreich, 19. Jahrhundert nach Deutschland eingeführt
Regent
Anbaufläche: ~ 2.200, ~ 2% der Gesamtrebfläche, Pfalz: ~ 700 ha, weltweit: ~ 12.000 ha
Anbau: frühe Reife, hohes Mostgewicht, hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Winterfrösten. Aufgrund Resistenz
gegen falschen Mehltau, Oidium und Botrytis, können viele chemische Pflanzenschutzmassnahmen entfallen.
Aroma: Kirschen, Johannisbeere
Geschmack: meist trocken ausgebaut, gehaltvolle, stoffige Weine, erinnern an südländische Weine
Säure: mild bis säurebetont, gerbstoffbetont
Körper/Gehalt: leicht bis mittelkräftig
Farbe: dunkelrot
Trinktemperatur: 14-16°C
Speisen : Pizza, intensive Fleischgerichte
Geschichte: 1967 an der Forschungsanstalt Geilweilerhof bei Siebeldingen aus Silvaner x Müller-Thurgau und
Chambourcin gezüchtet
Trollinger
Synonyme: Vernatsch, Schiava, Black Hamburg
Anbaufläche: ~ 2.500 ha, 2,5 % der Gesamtrebfläche, Württemberg: ~ 2.500 ha
Anbau: spät reifende Rotweinsorte, hohe Ansprüche an die Lage und Böden, gute Erträge
Aroma: Schlehe, Sauerkirsche, Kräuter, Muskat
Geschmack: frisch, herzhaft, kernig, meist im Qualitätsbereich, werden früh getrunken
Säure: mittlere Säure bis säurebetont
Körper/Gehalt: leicht
Farbe: blassrot bis rubinrot
Trinktemperatur: 14 - 16 °C
Speisen: Kalb, Pilzen, Linsensuppe
Geschichte: Von den Römern über die Alpen zuerst an die Bergstraße und in die Pfalz gebracht. Mitte des 17. Jahrhundert wurde sie in Württemberg heimisch, „schwäbisches Nationalgetränk“.
Schwarzriesling
Synonyme: Pinot Meunier, Müllerrebe, Miller grape, Blaue Postitschtraube, Miller's Burgundy
Anbaufläche: ~ 2.400 ha, 2 % der Gesamtrebfläche, Württemberg: ~ 1.800 ha
Anbau: spät reifende Rotweinsorte, geringe Ansprüche an Boden und Lage, geringe bis mittlere Erträge
Aroma: Hagebutte, Apfel, Schlehe
Säure: milde Säure
Körper/Gehalt: mittelkräftig, aromatisch
Farbe: rubinrot - ziegelrot
Trinktemperatur: 9-13 °C
Speisen: würziger Käse, Schinken, Pasta, Fleischgerichte
Geschichte: ist eine Mutation des Spätburgunders und seit dem 16. Jh. bekannt, neben Spätburgunder und
Chardonnay. Bestandteil des Champagners.
Merlot
Synonyme: Merlot noir, Petit Merle, Vitralle, Merlott
Anbaufläche: ~ 500 ha, weltweit: ~ 200.000 ha, Frankreich: ~ 116.000 ha
Anbau: früh reifende Rotweinsorte, hohe Erträge
Aroma: Johannisbeere, Brombeere, Kirsche, Pflaume, Paprika
Geschmack: weich und saftig-fruchtig, vollmundig
Säure: milde Säure
Körper/Gehalt: mittel, geeignet im Barrique-Ausbau
Farbe: mittelrot bis dunkelrot
Trinktemperatur: 14 - 16 °C
Speisen : Wild, Schmorgerichte, Hartkäse
Geschichte: Der Name leitet sich vermutlich von „Merle“ (frz. Amsel) ab, da diese Vögel die Beeren besonders mögen.
Im 14. Jahrhundert die erste schriftliche Erwähnung im Bordeaux
Frühburgunder
Synonyme: Pinot Madeleine, Frühe Jakobstraube, Augustclevner
Anbaufläche: ~ 250 ha, ~ 0,2 % der Gesamtrebfläche; Ahr: ~ 35 ha, Rheinhessen: ~ 80 ha, Pfalz: ~ 60 ha
Anbau: früh reifende Rotweinsorte, weniger anfällig gegenüber der Boytritis, niedrige Erträge, hohe Mostgewichte
Aroma: Kirsche, schwarze Johannisbeere, Brombeere, Mokka, Himbeere
Geschmack: oft im Barrique ausgebaut, auch in Auslesequalitäten
Säure: mild bis mittlere Säure
Körper/Gehalt: kräftig bis gehaltvoll
Farbe: ziegel- bis dunkelrot
Trinktemperatur: 16–18 °C
Speisen : Wildbraten, Kurzgebratenes, Lammkeulen
Geschichte: entstand durch natürliche Mutation aus Spätburgunder
Cabernet Sauvignon
Synonyme : Bordeaux, Bordeos tinto (Spanien), Lafite (Russland)
Anbaufläche: ~ 300 ha,~0,35 % der Gesamtrebfläche, weltweit: ~ 100.000 ha, Frankreich: ~ 55.000 ha
Anbau: anpassungsfähige, spät reifende Rotweinsorte
Aroma: Johannisbeere, Zedernholz, Vanille, Paprika
Geschmack: meist im Barrique ausgebaut
Säure: säurebetont
Körper/Gehalt: extraktreich, kräftig, komplex, gerbstoffbetont
Farbe: dunkel bis tiefdunkel
Trinktemperatur: 14-18 °C
Speisen : gebratene Rind- und Lammgerichte
Geschichte: meist verbreitete Qualitätsrotweinsorte der Welt, aus Frankreich stammend, vermutlich eine spontane
Kreuzung aus Cabernet franc und Sauvignon blanc. Erstmals 1635 in Frankreich urkundlich erwähnt.
Acolon
Synonyme : Côtes de Sambre et Meuse
Anbaufläche: ~ 450 ha, 0,5% der Gesamtrebfläche, Württemberg: ~ 220 ha, Pfalz: ~ 110 ha
Anbau: früh reifende Rotweinrebsorte, hohe Mostgewichte
Aroma: rote Beerenfrüchte
Geschmack: fruchtig, dezente Gerbstoffnote
Säure: mild bis mittlere Säure
Körper/Gehalt: leicht bis mittelkräftig, dezente Gerbstoffe, Barriqueausbau möglich
Farbe: tief dunkelrot
Trinktemperatur: 14-18 °C
Speisen : Fleischgerichte
Geschichte: 1971 in Weinsberg aus Lemberger und Dornfelder gezüchtet, 2002 Zulassung in Deutschland.
Anbaugebiete
Weingut Volz (in Kürz